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So bietet Riedel Networks mit Cisco SD-WAN einen größeren Mehrwert auf sein MPLS-Portfolio

von Michael Martens

Wenn Sie sich einen Formel-1-Boliden vorstellen, ist ein mobiler Hotspot vermutlich das Letzte, was Ihnen in den Sinn kommt. Doch genau das ist aus diesen leistungsstarken Fahrzeugen geworden. Jedes Fahrzeug ist mit Hunderten von Sensoren ausgestattet, die Echtzeit-Telemetriedaten an die Boxencrews übermitteln. Ingenieure analysieren diesen Datenstrom und melden den Fahrern anhand dessen unter anderem, wann sie beschleunigen sollen, welchen Gang sie nutzen sollen und wie sie eine Kurve am besten nehmen. In der Formel 1 ist dies bereits seit den 80er Jahren gang und gäbe. Man könnte sagen, dass F1-Fahrzeuge ein sehr frühes Beispiel für das Internet of Things waren.

Dank der Formel 1 entstand auch Riedel Networks. Wir sind eine Tochtergesellschaft von Riedel Communications, einem Anbieter von Echtzeitnetzwerken für Video, Audio und Kommunikation. Unsere Produkte werden für die Produktion und Übertragung von Sportereignissen, Live-Konzerten und Firmenveranstaltungen verwendet. Wir stellen die Intercom-Systeme und Walkie-Talkies her, die von Crews für die Kommunikation verwendet werden. Darüber hinaus stellen wir die Netzwerkinfrastruktur zur Übertragung von Bildmaterial von Kameras an Sendezentralen, damit die Sender von einer Ansicht zur anderen umschalten können.

Doch letztendlich war es eine Kundenanfrage, die uns dazu bewegte, unseren Fokus zu ändern. Ein Rennteam, das unsere Fahrzeug- und Teamfunkanlagen verwendet, bat uns, ihm mit seinen Telemetriedaten zu helfen. Die bestehende Lösung des Teams war zu teuer und kompliziert. Das Team wollte eine einfachere Möglichkeit, diese Informationen an sein Werk zu übertragen, um sein Fahrzeug zwischen den Rennen optimieren zu können, und suchte nach einem neuen Backbone, um all das miteinander zu verbinden.

Riedel Networks wurde als Reaktion auf diese Anforderung gegründet. Wenn wir Netzwerklösungen für etwas so Spezielles wie Fahrzeugtelemetrie anbieten konnten, wäre das nicht auch für andere Anwendungen möglich? Könnten wir neben Veranstaltungen und Rundfunk auch weitere Bereiche versorgen? Das war 2005. Ich trat der Firma 2012 bei. Zu diesem Zeitpunkt lag unser Fokus bereits auf MPLS-VPNs, doch wir unterstützten unsere Muttergesellschaft weiterhin bei ihrem Hauptgeschäft.

 

Mehrwert für bestehende Kunden

Riedel ist eine Firma, die sich über die Jahre weiterentwickelt, dabei aber ihren Kurs beibehalten hat. Deshalb begab ich mich auf die Suche nach dem nächsten großen Trend, der uns helfen würde, unser Netzwerkgeschäft zu stärken, ohne unsere MPLS-Verkäufe zu beeinträchtigen. Diesen großen Trend fand ich in SD-WAN.

Ich muss zugeben, dass ich den SD-Teil aufregender finde als den WAN-Teil. Softwaredefinierte Services verändern die IT, weil Hardware nur ein Teil des Ganzen ist. Natürlich braucht man flexible Hardware, aber was darüber liegt, ist entscheidend. Denken Sie an Cloud Computing und virtuelle Maschinen. Für Riedel ist das Bemerkenswerte an SD-WAN, dass wir es als weiteres Overlay unseres bestehenden MPLS-Netzwerks betreiben können.


Die Suche nach ausgereiften Partnern für eine aufstrebende Technologie

Eine der Herausforderungen, wenn man etwas so Neues ausprobiert, ist der Mangel an entsprechenden Ressourcen und Geschäftspartnern.

Zunächst gab es keine Produkte, die ein Service-Provider-Modell unterstützten. Mit den verfügbaren Lösungen konnte eine softwaredefinierte Lösung nur für jeweils einen Kunden eingerichtet werden. Man entwickelte Hub und Spokes für einen Kunden und musste den ganzen Prozess dann für einen anderen Kunden von Anfang an wiederholen. Es gab keine Skalierbarkeit.

Zudem standen die Kosten zu sehr im Mittelpunkt. SD-WAN galt in erster Linie als kostengünstige Alternative zu MPLS. Die meisten Implementierungen wurden von Punkt zu Punkt über das Internet ausgeführt, um Geld zu sparen, anstatt auf dedizierten Transportnetzwerken ausgeführt zu werden.

Unser letztes Problem war die Multi-Tenant- Fähigkeit. Von einem kalifornischen SD-WAN-Anbieter hieß es, er hätte eine funktionsfähige Lösung, doch als ich ihn anrief und um eine Demo bat, wurde ich an einen Handelsvertreter in Deutschland verwiesen. Der Vertreter teilte mir dann mit, dass der Anbieter keine Multi-Tenant- Fähigkeit anbot, aber dass sie in 18 Monaten verfügbar sein könnte. Das war für uns nicht genug.

Unsere nächste Anlaufstelle war das kalifornische SD-WAN-Venture eines finnischen Anbieters. Dort bot man eine vollständige Lösung, allerdings nur für größere Kunden. Die SD-WAN-Lösung dieses Anbieters ist umfassend, kostet allerdings zu viel und ist dabei nicht sehr flexibel. Ich glaube nicht, dass sie weit verbreitet ist.

Damit blieb Cisco als Option mit bestehender Multi-Tenant-Lösung. Cisco bot etliche Vorteile. Multi-Tenant-Fähigkeit hatte oberste Priorität, doch als Netzwerk-Serviceanbieter hatten wir bereits unseren gesamten Betrieb auf der Hardware der Firma aufgebaut. Cisco sprach bereits unsere Sprache. Als sie Tail-F und Viptela aufkauften, wurde uns klar, dass sie mit der Zusammenstellung eines ausgereiften SD-WAN-Angebots begannen, kombiniert mit SDN und einem vollständigen Satz von Netzwerkvirtualisierungsfunktionen


Ausbau der vorhandenen Cisco Infrastruktur

Cisco MSX war die Lösung, die wir gesucht hatten. Es handelt sich dabei um eine Plattform für die Entwicklung und Umsetzung von Services, die eine schnelle Bereitstellung von SD-WAN und sonstigen softwarebasierten Netzwerkservices ermöglicht. Und sie ist mit unseren vorhandenen Cisco Geräten kompatibel.

Das i-Tüpfelchen waren jedoch die Rack-Mount Server von Cisco SD-Branch auf Basis ihres Enterprise Network Computer System. Das x86-basierte ENCS ist kosteneffizient und platzsparend. Es bietet flexible On-Demand-Netzwerkservices für Zweigstellen in einer einzigen Software- und Hardware-Plattform, die innerhalb von Minuten bereitgestellt werden kann. Die SD-Branch-Hardware wurde speziell für Multi-Tenant- und NFV-Anwendungen entwickelt und wird zentral verwaltet, ist einfach zu automatisieren und sie skaliert. Cisco dachte bei der Entwicklung der Plattform als Teil seiner MSX-Lösung an Service-Provider.

Wenn man es mit einer derart innovativen und neuen Technologie zu tun hat, kann man nicht einfach ein Chat-Fenster öffnen und mit einem Vertriebsmitarbeiter sprechen. Man benötigt Zugang zu Support-Mitarbeitern, die das Produkt wirklich verstehen. Cisco Advanced Services unterstützt Unternehmen bei der Umstellung auf neue Plattformen und Architekturen wie SD-WAN.

Das Team von Cisco Advanced Services hat Zugang zu den Geschäftsbereichen, die die Produkte, die wir installierten, entwickelt haben. Anstatt der typischen Helpdesk-Generalisten hatten wir Kontakt zu den Programmierern, die für die Codes von SD-WAN und SD-Branch zuständig waren. Der Zugang zu so viel Know-how erleichterte die Implementierung dieser neuen Architektur erheblich.

Wir haben unsere MSX-Installation kürzlich abgeschlossen und mit dem Onboarding potenzieller Kunden für SD-WAN und SD-Branch begonnen. Im Moment sind wir noch in der Testphase. Unsere Kunden testen das Netzwerk und wir unterstützen sie dabei. Es ist ein bisschen so, wie einem Kind beim Aufwachsen zuzusehen. Denn alles in allem ist SD-WAN eine relativ neue Technologie und die Kunden fangen erst an, ihr Potenzial zu entdecken.

 

Mehrwert und Wachstum gewährleisten

Wie schon erwähnt, wird unser dediziertes MPLS-Netzwerk durch SD-WAN nicht ersetzt oder verdrängt. Vielmehr läuft SD-WAN als Overlay, das sowohl das MPLS als auch das Internet nutzt. Somit ist es kosteneffizienter und kann Kunden erhebliche Einsparungen ermöglichen, insbesondere jenen, die sich für die Implementierung eines hybriden Netzwerkmodells entscheiden.

Beispielsweise können Sender geschäftskritische Audio- und Videoaufnahmen über den MPLS-Teil ihres Netzwerks leiten und gleichzeitig mit SD-WAN E-Mails über das Internet versenden. Sie können Datenverkehr je nach Anwendung oder Priorität routen. Und noch viel wichtiger: Sie sind dabei nicht auf uns angewiesen. Wir bieten eine Version unseres Netzwerk-Dashboards an, mit der unsere Kunden das alles selbst überwachen und verwalten können.

Riedel verfügt über mehr als 40 Netzzugänge weltweit, die dank der Cisco MSX-Plattform SDN- und NFV-fähig sind. Viele dieser Zugänge – darunter Amsterdam, Frankfurt, São Paulo und Zürich – haben via Cloud-Exchange direkten Cloud-Zugriff. Im kommenden Jahr werden noch weitere online geschaltet. Diese modernisierten Anlagen werden uns helfen, neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen, ermöglichen es uns aber auch, unseren bestehenden MPLS-Kunden mehr anzubieten. Sie müssen nicht mehr an anderer Stelle nach SD-WAN-Services suchen.

Wenn überhaupt, macht SD-WAN unser Portfolio von Netzwerkservices noch attraktiver. Je mehr wir neben unserer vorhandenen Infrastruktur anbieten können, desto wahrscheinlicher können wir neue Kunden gewinnen und bestehende Kunden behalten. SD-WAN ist eine Wertsteigerung, mit der das Wachstum von Riedel Networks sichergestellt ist.

Ich rechne in den nächsten fünf Jahren mit einem jährlichen Wachstum von
25–30 %. Diese Berechnungen beruhen auf dem Erfolg unseres bestehenden Hybrid-VPN-Angebots, das das Internet als Backup nutzt. Ich glaube, dass unsere Kunden SD-WAN genauso attraktiv finden werden und ähnliche Erfolge erzielen können.

 

Der Weg in die Zukunft

Deshalb freue ich mich, dass wir uns für Cisco MSX entschieden haben. Cisco besteht schon seit Jahrzehnten und ist seit Jahren ein bewährter Partner. Es gibt keine Garantie, dass kleinere Anbieter in 10 Jahren noch bestehen werden, aber ich weiß, dass Cisco auf lange Sicht bleiben wird.

Letztendlich ist die IT dem Fahren eines Formel-1-Fahrzeugs sehr ähnlich, insbesondere für den Endnutzer. Man sitzt vielleicht alleine im Cockpit, aber wenn man den Anlasserknopf drückt, steht ein ganzes Team hinter einem. Die Mechaniker in der Boxencrew und die Ingenieure im Werk halten einem den Rücken frei. Man ist per Funk und über die vielen Sensoren am Fahrzeug mit ihnen verbunden.

Der Weg zum Sieg hängt vielleicht von Ihren Fahrkünsten ab, doch aktuelle Daten und nahtlose Kommunikation sind ebenso wichtig. Mit der Einführung neuer Technologien wie SD-WAN ist der Sieg nicht garantiert, doch Sie erhalten die Infrastruktur, die Sie und Ihr Team brauchen, um es zur Ziellinie zu schaffen.

 

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Michael Martens

CEO bei Riedel Networks

Michael Martens wurde im Mai 2012 zum Vorsitzenden der Geschäftsführung bei Riedel Networks ernannt. Vor Riedel war Michael fünf Jahre Mitglied der Geschäftsleitung von Colt Technology Services, zuständig für die Bereiche Wholesale und Mittelstand in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Mittel- und Osteuropa. Davor war er als langjähriges Mitglied der Geschäftsleitung von Verizon Business in Deutschland verantwortlich für den indirekten Vertrieb an Reseller, Systemintegratoren, Netzbetreiber und Serviceanbieter. Michael begann seine Karriere bei der Deutschen Telekom, diente als Berufssoldat und Waffenkommunikationsingenieur bei der deutschen Bundeswehr und studierte Wirtschaftsinformatik am AKAD-Institut.