Definieren von Frontier-Modellen
Ein Frontier-Modell ist eine Kategorie eines Basismodells, das den Höhepunkt der aktuellen KI-Fähigkeiten darstellt. Diese Modelle zeichnen sich durch ihren beispiellosen Umfang und ihre „emergenten Eigenschaften“ aus, wie fortschrittliche logische Schlussfolgerung oder Programmierfähigkeit, die nicht explizit programmiert wurden, sondern sich durch umfangreiches Training ergeben haben. Frontier-KI bezieht sich auf KI-Systeme, die auf Frontier-Modellen basieren. Während ein Frontier-Modell auf dem zugrunde liegenden Basismodell aufbaut, umfasst Frontier-KI die Anwendungen und Funktionen, die diese Modelle ermöglichen.
Im rechtlichen Kontext werden Frontier-Modelle aufgrund der riesigen Computing-Volumen, die für ihre Entwicklung verwendet werden, als solche definiert. Hiermit sind in der Regel über 10^26 FLOPS (Floating Point Operations; Gleitkommaoperationen pro Sekunde) gemeint. Es geht also um einen hohen Rechenaufwand, der Hunderte Millionen US-Dollar für spezielle Hardware und eine monatelange Verarbeitungszeit in riesigen AI Factories erfordert.
Die Entwicklung bis zu dieser Ära zeigt eine stetige Verschiebung von strengen Parametern zur dynamischen Anpassungsfähigkeit:
- Die Ära der regelbasierten KI: hartcodierte Algorithmen, die durch strenge manuelle Parameter begrenzt sind
- Die Ära des Deep Learning: neurale Netzwerke, die komplexe Muster erkennen, aber Kontextinformationen nicht richtig verstehen können
- Die Ära der generativen KI: die ersten LLM (Large Language Models), die Text und Code erstellen können, aber ständige Aufforderungen durch Menschen erfordern
- Die Ära der Frontier-KI: fortschrittliche Modelle wie die GPT-4-Reihe, Claude 3.5 und Llama 3 können mehrstufige Workflows vorantreiben und autonom (d. h. ohne menschliche Aufsicht) Maßnahmen ergreifen.