Herausforderungen in modernen Produktionsumgebungen
Bei Audi ist der Slogan „Vorsprung durch Technik“ Programm. Die Fahrzeuge bieten ein herausragendes Fahrerlebnis mit intuitiven, modernen Funktionen wie dem digitalen Kombiinstrument Audi Virtual Cockpit oder dem Audi quattro-Allradantrieb.
In seinen weltweiten Werken baut der Automobilhersteller jährlich mehrere Millionen Fahrzeuge. Dabei sind Präzision, Geschwindigkeit und absolute Zuverlässigkeit unerlässlich. In den Produktionsumgebungen arbeiten Tausende Roboter, Spezialmaschinen und Mitarbeitende rund um die Uhr perfekt aufeinander abgestimmt. Nahezu jede Bewegung ist präzise choreografiert.
„Wir können uns keine Fehler erlauben“, erklärt Thomas Kampa, IT Solutions Architect bei Audi. Hinter den ausgefeilten Betriebsabläufen steht jedoch eine wachsende Herausforderung. Bisher waren Unternehmen bei der Werksautomatisierung stark auf physische Hardware angewiesen – in Form zahlloser robuster Computer und PLCs (Programmable Logic Controller, speicherprogrammierbare Steuerung) überall im Werk. Jede dieser Komponenten hatte eine bestimmte Funktion, sei es die Steuerung der Roboterbewegungen oder der Schutz der Mitarbeitenden.
Die Zukunftsvision von Audi war ein Werk, das nicht einfach automatisiert, sondern tatsächlich softwaredefiniert und anpassungsfähig ist, um ein neues Maß an Flexibilität und Effizienz zu erreichen.
Aus dieser Vision heraus entstand Edge Cloud 4 Production (EC4P). Audi verfolgte damit das Ziel, nicht nur die Mitarbeiterleitsysteme oder andere typische Server-Client-Anwendungen zu virtualisieren, sondern auch die kritische Steuerlogik im Werk, um von einzelnen Hardwarekomponenten auf eine zentrale, flexible Edge-Cloud-Umgebung umstellen zu können. Die grundlegende Herausforderung war immens: Wie kann diese Virtualisierung für äußerst kritische Echtzeitanwendungen wie PLCs erreicht werden, ohne die absolute Präzision und Sicherheit und die Latenz im Mikrosekundenbereich zu gefährden, die bei der Automobilherstellung unverzichtbar sind, und ohne auch nur eine Roboterbewegung zu stören?
„Wir mussten eine Plattform erstellen, die Kommunikation in Echtzeit unterstützt“, so Sven Müller, Leiter des EC4P-Projekts. „Dafür brauchten wir ein Netzwerk mit den passenden Funktionen und natürlich Anwendungen, die dies ebenfalls unterstützen.“