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Qualifikationslücken erkennen: So können CIOs im Umgang mit dem Fachkräftemangel zu Change Leaders werden



CIOs müssen nicht mehr an die Qualifikationslücke erinnert werden – 94 Prozent wissen, dass ihre Teams nicht ausreichend gewappnet sind, um die Transformation angemessen zu unterstützen. Ganz oben auf der Tagesordnung stehen die Erkennung der Lücken und deren Abhilfe. Das bedeutet, dass Sie die spezifischen Rollen in Ihrer IT-Abteilung aufspüren müssen, in denen Fachkräfte benötigt werden, und die richtige Mischung aus Neueinstellungen, Schulung und Outsourcing einsetzen müssen, um das Team so umzugestalten, dass das Wachstum von innen heraus stimuliert wird.

Die Qualifikationslücken haben sich verschoben, da CIOs einen größeren Bedarf an Mitarbeitern erkennen, die innerhalb und außerhalb der IT-Abteilung an einer größeren Bandbreite an Aufgaben arbeiten können. In der Vergangenheit konnten sich IT-Mitarbeiter während ihrer gesamten Berufslaufbahn auf einen speziellen Fachbereich konzentrieren. Da die digitale Technologie die geschäftliche Transformation zunehmend vorantreibt, benötigen moderne IT-Abteilungen heute „Generalisten“, die ein breiteres Verständnis für alle Betriebsabläufe sowie mehr betriebswirtschaftliche Fähigkeiten aufweisen.

Dieser größere Bedarf an Flexibilität und ein Bewusstsein für die Geschäftsergebnisse ist der Grund, warum 84 Prozent der CIOs 2018 angaben, dass die größten Lücken in den Bereichen Geschäftssinn, Problemlösung und kritisches Denken bestehen. Wie baut man also ein Team von kritischen Denkern auf, ohne die technologischen Fähigkeiten zu vernachlässigen, die den organisatorischen Zug auf Kurs halten?

Ergänzen Sie technisches Know-how durch unschätzbare Soft Skills

Die vermehrten technischen Fertigkeiten, die erforderlich sind, um in enger Zusammenarbeit mit führenden Mitarbeitern von Unternehmen etwas bewirken zu können, sind weder Serviceorientierung noch Systemdenken; vielmehr sind Kreativität, kognitive Flexibilität und emotionale Intelligenz gefragt.

Kreative Mitarbeiter, die Designkonzepte umsetzen können, sind unerlässlich bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die Geschäftsprobleme lösen, während Mitarbeiter, die flexibel denken können, von unschätzbarem Wert sind, um Situationen aus anderen Perspektiven zu betrachten. Da der IT-Betrieb für mehr Bereiche der Wertschöpfungskette von entscheidender Bedeutung ist, benötigen Sie IT-Personal, das mit Mitarbeitern mit unterschiedlichem Fachwissen zusammenarbeiten kann. Dabei stehen emotionale Intelligenz und zwischenmenschliche Fähigkeiten ganz oben auf der Wunschliste der CIOs, die eine flexiblere Belegschaft aufbauen möchten.

IT-Abteilungen, die einen Mehrwert für den Rest des Unternehmens bieten sollen, müssen den Soft Skills höchste Priorität zuweisen und eine ablehnende Haltung in eine entgegenkommende Haltung verwandeln.

"CIOs sollten bei Neueinstellungen auf die Kooperations- und Problemlösungsfähigkeiten achten. Kenntnisse der betriebswirtschaftlichen Unternehmensführung können ebenfalls von großem Nutzen sein, wie z. B. das Verständnis von Gewinn und Verlust und Umsatz. Dadurch fällt es den IT-Verantwortlichen leichter, mit den Unternehmensverantwortlichen in einer Sprache zu sprechen, die sie verstehen."

Colin Seward, CIO für Europa, Naher Osten, Afrika und Russland, Cisco

 

Spüren Sie spezifische Qualifikationslücken mithilfe von Daten auf

In den meisten IT-Abteilungen mangelt es an Soft Skills, da viele CIOs ihren Wert nach wie vor nicht erkennen – insbesondere die CIOs, die die Unternehmenstransformation noch nicht vorantreiben. Möglicherweise bestehen in Ihrem Fall aber auch ganz andere Qualifikationslücken.

Ihre Geschäftskennzahlen, Mitarbeiterbewertungen und 360-Grad-Beurteilungen eignen sich ideal für die Erfassung der benötigten Daten. Wenn Überprüfungsprogramme mit Blick auf Qualifikationslücken eingeführt werden, können Sie Umfragen und Leistungsindikatoren individuell anpassen, um die Kompetenzen in allen Ihren gewünschten Schlüsselqualifikationen zu beurteilen. Wenn Sie eine Skillmanagement-Software verwenden, um Mitarbeiter den richtigen Aufgaben zuzuordnen, nutzen Sie diese Ressource, indem Sie die Verteilung der Fertigkeiten in ihrer Belegschaft mit Ihren geschäftlichen Prioritäten und KPIs vergleichen. Hier werden sich Ihre Qualifikationslücken offenbaren. Möglicherweise erkennen Sie Trends bei den Arten von Fähigkeiten, die Ihr Unternehmen in der Regel anzieht. Dies kann Ihnen helfen, umzustrukturieren, wie und wo Sie nach neuen Fachkräften suchen.

Sobald Sie die Lücken identifiziert haben, haben Sie mehrere Möglichkeiten, wie Sie sie schließen können, darunter die Umschulung und Weiterbildung der bestehenden Belegschaft, die Einstellung neuer Mitarbeiter, die Beschaffung externer Hilfe oder die Umstrukturierung Ihres jetzigen Teams.

Soll die Qualifikationslücke durch Schulungen oder Neueinstellungen geschlossen werden?

Eine wichtige Entscheidung bei der Beseitigung von Qualifikationslücken ist, ob bestehende Mitarbeiter geschult, neue Kandidaten eingestellt oder eine Mischung aus beiden Strategien genutzt werden soll. Die richtige Entscheidung hängt von den erforderlichen Fähigkeiten und den Kompetenzen des bestehenden Teams ab, aber die Mehrheit der CIOs sieht in der Schulung der aktuellen Mitarbeiter die richtige Lösung für die meisten Qualifikationslücken. Die einzigen Schwachstellenbereiche, bei denen die befragten CIOs eher nach neuen Mitarbeitern suchen, sind künstliche Intelligenz sowie Augmented Reality und Virtual Reality.

"Es gibt bestimmte neue Felder, wo es sinnvoll ist, sich außerhalb des Unternehmens umzuschauen und Experten einzubringen. Etwas, mit dem wir bei Cisco erfolgreich waren, ist die Anpassung unserer Anwerbung von Hochschulabsolventen, mit der wir Fachkräfte für den Berufseinstieg gewinnen möchten. Wir nehmen gezielt Kurse wie Sicherheit und Big Data unter die Lupe, um neue Nischenkräfte zu finden. Wir stellen auch Mitarbeiter ein, die wir in der Vergangenheit nicht in der IT beschäftigt haben. Dies ist beispielsweise bei Kunstabsolventen der Fall, da wir diese für das UX-Design schätzen, statt uns auf die reguläre Informatik zu verlassen."

Colin Seward, CIO für Europa, Naher Osten, Afrika und Russland, Cisco

Mit einem vielfältigen Angebot an Schulungsstrategien können Sie die Lernkultur in Ihrer Belegschaft fördern. Sie können beispielsweise Schulungsprogramme und -ressourcen erstellen, auf die jederzeit zugegriffen werden kann, darunter auch Videobibliotheken und Online-Anleitungen. Es hat sich auch bewährt, den Absolventen erfahrene Mitarbeiter als Partner zur Seite zu stellen.  Ein sogenanntes Buddy-Programm bietet Vorteile für beide Beteiligten. Bei Cisco zum Beispiel lernt ein neu ausgebildeter Netzwerkingenieur viel über Netzwerkdesign und -implementierung von jemandem, der jahrelange Erfahrung auf diesem Gebiet besitzt. Im Gegenzug lernt der erfahrene Netzwerkingenieur Softwareprogrammierung von dem frischen Absolventen.

Teamdynamik und -entwicklung

Die Beseitigung von Qualifikationslücken kann unter Umständen auch mit einer Umstrukturierung der Belegschaft bewerkstelligt werden, anstatt neue Mitarbeiter einzustellen oder Schulungen abzuhalten. Manchmal sind die richtigen Fertigkeiten vorhanden, aber bisher einfach nicht am richtigen Ort. Mehr denn je entscheiden sich CIOs dafür, die eng gefassten, fachspezifischen Teams der Vergangenheit abzubauen und flachere Teamnetzwerke an ihrer Stelle zu schaffen, die jeweils über fachübergreifende Fähigkeiten und ein Gespür für den gesamten Workflow verfügen.

Erwägen Sie im Rahmen einer solchen Umstrukturierungsstrategie die Einrichtung von Initiativen, die eine unternehmensweite Technologiekompetenz fördern. Auf diese Weise können Sie Ihre IT-Mitarbeiter näher an die Mitglieder anderer Abteilungen heranführen, indem sie eine gemeinsame Sprache mit gemeinsam genutzten Geschäftszielen schaffen. Fast alle CIOs erkennen, dass die Teams technologieübergreifend geschult werden müssen, aber nur zwei Drittel der CIOs haben Initiativen entwickelt, um unternehmensweites technisches Know-how aufzubauen.

Beschaffung externer Fachkräfte

Manchmal kann der Betrieb von Schulungsprogrammen zu kostspielig und zeitaufwendig sein. Gleichermaßen ist es manchmal nicht der richtige Zeitpunkt, jemanden für einen bestimmten Aufgabenbereich einzustellen. Der Einsatz eines Mix von externen Dienstleistern neben Ihren Schulungs- und Einstellungsstrategien hilft, konkurrierende Anforderungen auszugleichen.

58 Prozent der CIOs sagen, dass sie externe Fachkräftequellen wie Service-Provider und Freiberufler nutzen. Service-Anbieter können dabei helfen, Qualifikationslücken zu schließen, während sich die Umstrukturierung der Belegschaft des Unternehmens im Aufbau befindet. Die IT-Generalisten, die einen umfassenderen Überblick über das Unternehmen haben, können ermitteln, welche Fertigkeiten intern verfügbar sind und welche extern bezogen werden müssen.

"Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wie viel Fachwissen Sie intern benötigen. Wenn Sie beispielsweise ein Kernsystem wie Ihre Einkaufs- oder HR-Plattform haben, für das Sie ein spezialisiertes Team aufgebaut haben, und zu einem anderen Anbieter wechseln, bedeutet das, dass Sie diese Fähigkeiten vollständig ersetzen müssen? Sie müssen entscheiden, welche Fertigkeiten der Anbieter einbringen soll und welche Fähigkeiten langfristig am vorteilhaftesten sind, wenn sie intern aufgebaut werden."

Colin Seward, CIO für Europa, Naher Osten, Afrika und Russland, Cisco

Denken Sie daran, dass die Einrichtung von Prozessen für den Einsatz von Anbietern eigene Qualifikationslücken schaffen kann. IT-Teams, die wenig Erfahrung mit der Verwaltung von Anbietern haben, müssen Richtlinien entwickeln, Verträge überprüfen und KPIs bewerten können.

Ein Vorteil bei der Interaktion mit spezialisierten Anbietern ist jedoch, dass sie internen Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, neue Methoden zu erlernen und so Fachkenntnisse langfristig in die Belegschaft einzubringen. Die Zeit, die durch das Outsourcing kurzfristig freigesetzt wird, kann auch in eine Planung gesteckt werden, mit der ausgearbeitet wird, wie diese Fachkenntnisse in Vollzeit integriert werden können. Wenn zuerst das Outsourcing erfolgt und danach Einstellungen vorgenommen werden, kann leichter ermittelt werden, welche Fertigkeiten einen tatsächlichen geschäftlichen Nutzen bringen, bevor eine langfristige Investition getätigt wird.

Einsicht in die eigentliche Ursache für Ihre Qualifikationslücke

Welche Fähigkeiten auch immer in Ihrer Belegschaft fehlen, und welche Strategie auch immer Sie anwenden, um diese Lücken zu schließen, Sie sollten sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, um zu verstehen, weshalb diese Lücken bestehen. Dies wird sich langfristig für das Unternehmen auszahlen. Für jede Qualifikationslücke gibt es eine Ursache, und sie kann nicht immer einfach auf einen Mangel an Fachkräften geschoben werden. Wenn die Ursache für Ihre Qualifikationslücke tiefer verwurzelt ist, kann die Lücke wieder entstehen.

Ein Hauptproblem, das Qualifikationslücken verursacht und mit dem viele CIOs zu kämpfen haben, ist die Unfähigkeit, gute Fachkräfte langfristig zu binden. Es kann hilfreich sein, den Arbeitnehmern Anreize zu bieten, die von ihnen geschätzt werden, z. B. Kinderbetreuung, Mitfahrprogramme und Tools für die digitale Zusammenarbeit. Zukunftsorientierte CIOs, die den Wandel der Belegschaft in Richtung einer positiven Kultur und eines flexiblen Arbeitsumfeldes lenken, das sich viele Mitarbeiter wünschen, werden feststellen, dass es einfacher ist, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.