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SD-WAN-Lösung - Fünf SD-WAN-Trends, die den Markt in Zukunft definieren werden

Anfänglich war SD-WAN für die Benutzer in Zweigstellen hilfreich, um ins unternehmensinterne LAN zu verbinden. Aber es gibt einige neue SD-WAN-Trends, mit denen diese Technologie relevanter werden dürfte.

Da Unternehmen ihre Anwendungen verstärkt in die Cloud verlagern, werden Netzwerkarchitekturen wie SD-WAN immer wichtiger, um Cloud-basierte Anwendungen zu unterstützen.

Datenverkehrsmuster verändern sich, da es mittlerweile mehr Software-as-a-Service-basierte Anwendungen in der Cloud als in zentralisierten Rechenzentren gibt.

Unternehmen spüren deutlich die Auswirkungen des Wechsels in die Cloud. Cloud-basierte Apps und Services können sich negativ auf die Anwendungsperformance auswirken, die Bandbreitenkosten in die Höhe treiben und die Datenlatenzzeit erhöhen. Typischerweise sind Wide Area Networks (WANs) nicht für solch neue Datenströme konzipiert.

Dementsprechend ziehen Unternehmen neue Netzwerkarchitekturen wie Software-definierte Wide Area Networks (SD-WANs) in Betracht, um Leistungs- und Managementprobleme anzugehen.

SD-WAN hat bei Kunden bereits Veränderungen in der Verwaltung von Zweigstellen bewirkt, wodurch die Ausfallsicherheit erhöht, aber gleichzeitig auch Latenz und Jitter verringert wurden. Das Modell, mit dem heutige SD-WAN-Tools arbeiten, platziert künstliche Intelligenz (KI) an beiden Enden eines WANs mit Mehrfachverbindungen, gefolgt von der Durchführung von Echtzeitanalysen basierend auf anwendungsspezifischen Eigenschaften, die aufzeigen, welche Datenströme höhere Priorität als andere haben.

So kann man das Maximum aus einem existierenden WAN herausholen, ohne die komplette IT-Architektur zu erneuern. Aber: Jetzt, da SD-WAN in so vielen Unternehmen in Grundzügen integriert ist, ist es an der Zeit, weiterzudenken. Schauen wir uns die wichtigsten SD-WAN-Trends an, die aus der IT-Perspektive eines Unternehmens vermutlich in den nächsten Jahren auftauchen dürften.

Gemäß den IDC-Daten des Jahres 2017 gaben 2/3 der Befragten an, dass sie SD-WAN wahrscheinlich innerhalb der nächsten zwei Jahre einführen werden (siehe Abb.1). Es verwundert nicht, dass die Cloud-Nutzung ein treibender Faktor ist: Mehr als 90 % der Befragten haben vor, innerhalb der nächsten 12 Monate SaaS-basierte Anwendungen zu verwenden.

In unserer ersten SD-WAN-Diskussion haben wir den aktuellen Stand des SD-WAN-Marktes betrachtet. Im Folgenden erkunden wir die Zukunft des SD-WAN und fünf SD-WAN-Trends, die aufkommen könnten.

Abbildung 1: Quelle: IDC’s Software-Defined WAN Survey, August 2017; n = 1.208

Ein „SD-WAN-first“-Konzept

Ältere SD-WAN-Implementierungen wurden üblicherweise innerhalb der Grenzen bestehender WAN-Strukturen bereitgestellt. Diese wurden oft um ein Carrier-Ethernet als primärer Link und eine Standard-Breitband-/VPN-Verbindung als Sekundärverbindung herum aufgebaut.

Jetzt, da SD-WAN sich am WAN-Edge etabliert hat, überdenken IT-Architekten ihre bestehende WAN-Architektur, um die Leistung und das Kostensenkungspotenzial von SD-WAN besser ausnutzen zu können. Die Grundannahme ist, dass SD-WAN implementiert wird, und damit in Zukunft ein fester Bestandteil in allen WAN-Deployments sein wird.

Den SD-WAN-First-Ansatz zu nutzen, bedeutet meist auch, dass man die Vorteile bereits einkalkuliert. Das beinhaltet meist die Anpassung der Netzwerkverbindung zu Zweigstellen aufgrund der durch SD-WAN-Funktionen zu erwartenden Leistung. Die Größenoptimierung umfasst nicht nur den empfohlenen Durchsatz für eine Zweigstelle, sondern auch den ausgewählten WAN-Verbindungstyp. Zum Beispiel: WAN-Architekten, die die SD-WAN-Funktionalität nutzen möchten, können duale Internet-Breitbandverbindungen anstatt teureres Multiprotocol Label Switching (MPLS) anwenden. Diese konzeptionellen Veränderungen können die Betriebsausgaben für Unternehmen beträchtlich verringern. Wichtig ist zu beachten, dass, obwohl die Größenoptimierung des WANs grundlegend wichtig ist, eine Architektur bedarfsgerecht nach oben oder unten skalierbar sein muss. Dies gilt insbesondere für Cloud-basierte Architekturen.

Performance-Management für Benutzer

Performance-Management für Benutzer kam erstmalig bei Wireless LANs (WLANs) auf. Heute aber ermöglicht es die Performance-Erhöhung anhand der „unternehmenskritischen“ Anwendungsfunktionalität eines einzelnen Benutzers oder einer Benutzergruppe.

Das ursprünglich auf die Gesamtleistung des Netzwerks abzielende WAN hat sich nunmehr zu einem SD-WAN entwickelt, in dem die anwendungsbasierte Leistung relevant ist. Zukünftige SD-WAN-Bereitstellungen werden wahrscheinlich eine größere Granularität bieten und Datenströme gemäß den Richtlinien eines einzelnen Benutzers behandeln, in denen festgelegt ist, welche Datenströme für ihn/sie am wichtigsten zum Erreichen des Arbeitsziels sind.

Auch wenn das Performance-Management für Benutzer ein Weg ist, die KI-Fortschritte nutzbar zu machen, steigt damit doch auch die Komplexität der Verwaltung von benutzerbasierten Richtlinien. Für einige könnte die zusätzliche Verwaltung der zugrundeliegenden Infrastruktur neben den benutzerdefinierten Performance-Richtlinien zu viel werden. Deshalb werden einige Unternehmen Management-Aufgaben wohl an Drittanbieter auslagern.

SD-WAN as-a-Service

Der einfachste und zeitsparendste Weg für Unternehmen, SD-WAN-Technologien in bestehende WAN-Edge-Architektur zu integrieren, war bisher, das selbst zu erledigen. Doch wenn IT-Entscheidungsträger ihre Langzeitstrategien für WAN bewerten, wird klar, dass die Erstellung und Verwaltung von anwendungs- und benutzerspezifischen Richtlinien zeit- und aufwandsintensiv ist. Einige kommen daher zum Schluss, dass es sinnvoll ist, die Verwaltung der zugrundeliegenden SD-WAN-Infrastruktur an Drittanbieter zu geben und die Erstellung und Verwaltung von Richtlinien im Unternehmen zu behalten, um die Arbeitskraft, die im Unternehmen für die WAN-Architekturen eingesetzt wird, niedrig zu halten.

Anbieter von SD-WAN as-a-Service können alles verwalten: vom Schaltkreisstatus Up/Down/Degraded bis hin zur Verwaltung von Routing-Protokollen, die den Unternehmenssitz mit Zweigstellen verbinden. Die interne IT muss nur noch die Richtlinien erstellen, welche Datenströme für das Unternehmen besonders wichtig sind. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass das Unternehmen hinsichtlich des gesamten WAN-Betriebs (Ebenen 1 bis 4 des Open Systems Interconnection (OSI)-Modells) von einem Dritten abhängig wird. Es sollte beachtet werden, dass Managed SD-WAN-as-a-Service kein größeres Risiko darstellt als andere Geschäftsbeziehungen zu Managed Service-Providern.

SD-WAN als Teil einer Multi-Cloud-Strategie

Die SD-WAN-Plattformen der ersten Generation werden auch in Hybrid Cloud Computing-Strategien integriert. Eine Hybrid Cloud ist, wenn ein privat betriebenes Rechenzentrum mit einem einzelnen Public oder Private Cloud-Provider verbunden wird. Richtlinien werden dann zwischen den beiden geteilt, sodass Erscheinungsbild und Betrieb aus Endbenutzer- und Administrationsperspektive identisch sind.

Mit steigenden Cloud-Ambitionen sehen die meisten IT-Abteilungen in der Bereitstellung von Services in Multicloud-Service-Provider-Netzwerken auch Vorteile hinsichtlich Leistung, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Zuvor waren Multicloud-Strategien recht schwierig, da jede Cloud-Plattform mit anderen Tools und Application Programming Interfaces, kurz APIs, verwaltet wurde. Das machte eine Erstellung von identischen Netzwerk-, Sicherheits- und Anwendungsrichtlinien für mehrere Cloud-Infrastrukturen, zusätzlich zum privaten Rechenzentrum, mühsam und schwierig zu warten. Es wurden jedoch Multicloud-Management-Plattformen geschaffen, um Administratoren bei der Erstellung einer zentralisierten und universellen Netzwerkrichtlinienstrategie zu unterstützen, die automatisiert und auf den meisten heute verfügbaren bekannten Public Cloud-Plattformen eingesetzt werden kann.

Jetzt, da Multicloud-Strategien eine echte Option darstellen, ist zu erwarten, dass SD-WAN sich langsam in der Gesamtarchitektur ausbreitet, da es die gleichen Performance- und Latenzvorteile bietet, wie sie momentan zwischen Unternehmenssitz und Zweigstellen bestehen. Doch dieses Mal wird SD-WAN zwischen zwei oder mehr von verschiedenen Service-Providern verwalteten Public-Clouds bereitgestellt.

SD-WAN für Remote-Benutzer

Zu guter Letzt sollten Sie SD-WAN in Erwägung ziehen, um sich von statischen Zweigstellen- und Cloud-Bereitstellungen zu lösen und diese Services stattdessen direkt an die Benutzer zu liefern, ungeachtet dessen, wo sie sich gerade befinden. Indem separate Pfade mittels Breitband/Wi-Fi und drahtlosen Carrier-Technologien wie LTE und 4G/5G kombiniert werden, kann SD-WAN von Benutzern remote oder zu Hause genutzt werden Wir haben bereits Carrier-Wireless als Teil einer SD-WAN-Strategie von Zweigstellen beobachten können.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis SD-WAN überall bereitgestellt werden kann. Das wird möglich sein, egal, ob ein Benutzer in der Zweigstelle, zu Hause oder im Tausende Kilometer weit entfernten Café sitzt. Auch wenn dieser Zukunftstrend für SD-WAN der am unmöglichsten erscheinende von den fünf in diesem Artikel vorgestellten ist, so hat dieser doch das größte Einflusspotenzial. Insbesondere aus dem Grund, da immer größerer Bedarf an Remote-Arbeitskräften besteht.

Das ist nur der Anfang

Es besteht sehr großes Interesse an WAN-Edge für Unternehmen, was teilweise daran liegt, dass der typische 8-Stunden-Job im Büro langsam aber sicher der Vergangenheit angehört. Mobilität bestimmt mehr und mehr, wie wir arbeiten. SD-WAN mag uns jetzt schon gezeigt haben, wie wir unseren Zweigstellen bessere Services bereitstellen können, aber die Technologie hat noch viel mehr zu bieten. Es bleibt kaum ein Zweifel, dass die SD-WAN-Technologie sich weiterentwickeln wird, sodass Benutzer verbesserte Netzwerkverbindungsdienste nutzen können, die es ihnen ermöglichen, das Firmen-LAN hinter sich zu lassen.

Bleiben Sie dran und verfolgen Sie mit uns, wie die SD-WAN-Trends Realität werden.

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Andrew Froehlich

Andrew Froehlich ist der Vorsitzende von West Gate Networks, einem IT-Beratungsunternehmen und Service-Provider. Er hat mehr als 15 Jahre Erfahrung im Bereich Unternehmens-IT. Sein primärer Fokus liegt auf LAN- und WLAN-Technologien von Cisco, Sprachnetzwerk-Design, Implementierung und Support, aber auch Netzwerksicherheit. Froehlich konnte Erfahrungen im Bereich Netzwerkinfrastruktur-Upgrades und neue Erweiterungsausbauten sammeln. Ebenso war er maßgeblich an der Konzeption von Rechenzentrums-Architekturen beteiligt, mit denen die Bereitstellung von fehlertoleranten Unternehmensanwendungen und -Services an Tausende Benutzer möglich ist.