Was Sie zum Thema Networking wissen müssen
Routing und Switching sind wichtige Erfolgsfaktoren für Ihr Geschäft
Networking ist eine relativ junge Disziplin und hat seine Terminologie daher aus anderen Disziplinen entlehnt. Viele der Begriffe kommen aus dem Transportwesen, so z.B. Bridge (Brücke), Hub (Radnabe), Port (Hafen), Routing (Wegelenkung) und Switching (Rangieren).
Diese Entlehnung ist durchaus treffend. Genau wie die Transportrevolution, insbesondere die Eisenbahn, eine der wirtschaftlichen Antriebskräfte des Industriezeitalters war, so sind Netzwerke die wirtschaftlichen Antriebskräfte des Informationszeitalters. Und wie Eisenbahnen so brauchen auch Netzwerke eine solide Infrastruktur. Routing und Switching sind die Basistechnologien der Netzwerke.
Die Grundlagen
In seiner einfachsten Form besteht ein Netzwerk aus zwei elektronischen Geräten, zwischen denen Daten hin- und herübertragen werden, und die über ein drittes Gerät, durch das diese Kommunikation ermöglicht wird, miteinander verbunden sind. Wenn ein Drucker über ein Parallel- oder USB-Kabel direkt an einen Computer angeschlossen wird, dann ist das noch kein Netzwerk. Aber es wird ein Netzwerk, wenn sowohl Drucker als auch Computer an einen Switch oder Router angeschlossen werden.
Für die meisten Unternehmen was das Internet der Anlass zur Implementierung einer Netzwerkinfrastruktur. Selbst die kleinsten Unternehmen brauchen eine netzwerkfähige Internetanbindung, um E-Mails senden und empfangen zu können, ihre Produkte und Dienstleistungen online zu bewerben und zu verkaufen, mit ihren Kunden zu interagieren und mit ihren Lieferanten in Verbindung zu treten. Der Übergang zu einer vernetzten Betriebsumgebung eröffnet neue Möglichkeiten, u.a. für Online-Geschäftsanwendungen und Zusammenarbeit. Die Sicherheit der Daten ist ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor bei der Netzwerktechnologie.
In den letzten Jahren haben die Hersteller von Netzwerkgeräten mehr routerähnliche Funktionalität in ihre Switches integriert; und auch Router werden mit zusätzlichen Features ausgestattet, vornehmlich solchen, die Netzwerksicherheit und Dienstgüte (Quality of Service, QoS) erhöhen. Bei diesen Features handelt es sich oft um Module, die an Multidienstplattformen angeschlossen werden. Einige Router dienen auch ganz bestimmten Zwecken - so zum Beispiel verbindet ein Access Router eine Zweigniederlassung mit dem Backbone des Unternehmensnetzes, und ein Internet Service Provider (ISP) betreibt eben diesen Backbone über einen Core Router. Kurzum, mit dem Begriff "Router" lassen sich eine ganze Reihe von Geräten bezeichnen.
Switches und Router haben sich ständig weiterentwickelt, und eine Differenzierung mag nicht immer leicht erscheinen, aber ein grundsätzlicher Unterschied bleibt bestehen: Switches werden in einem Lokalnetz (LAN) verwendet, während Router in einem Weitbereichsnetz (WAN) zum Einsatz kommen. Ihre Einsatzbereiche können mit einer altmodischen Nebenstellenanlage verglichen werden: Switching entspricht der Wahl einer vierstelligen Nebenstellennummer, um jemanden im selben Gebäude zu erreichen, wohingegen Routing eher der Wahl einer 9 (Amtsleitung), gefolgt von der vollständigen Telefonnummer, entspricht.
Systembasierte Lösungen
Wachsende Unternehmen, insbesondere solche, die neue Niederlassungen eröffnen, können Lösungen mit integrierter Basis wählen, Lösungen, die sicher, solide und mit den Technologien der Zukunft kompatibel sind. Anstatt separate Produkte für individuelle Funktionen wie Routing, Switching, Sicherheit und Internet-Gateways zu erwerben, können Unternehmen eine "systembasierte" Lösung wählen, die alles umfasst, was ein Geschäftsbereich für vollen und sicheren Internetzugang und zur Anbindung an das Gesamtunternehmen braucht.
Der systembasierte Ansatz hat mehrere Ziele:
- Übertragung der Verantwortung für Sicherheit und Zuverlässigkeit von individuellen Computern und Nutzern auf das Netzwerk selbst
- Erstellung eines Netzwerks, das sich an geänderte Anforderungen anpasst
- Sicht des Netzwerks als ordentliches, organisiertes System und nicht als Kollektion ungleicher, individuell verwalteter Geräte
Bei einem systembasierten Ansatz (der auch als "intelligentes Networking" bezeichnet wird), ist das Netzwerk nicht mehr ein passives Mittel zum Zweck der Konnektivität, sondern ein aktiver, integrierter Bestandteil der geschäftlichen Prozesse des Unternehmens.
Bei einem systembasierten Ansatz haben alle Mitarbeiter, auch die in Außenstellen, denselben Zugriff auf Geschäftsanwendungen, Internet Protokoll- (IP) Kommunikation und Videokonferenzen wie ihre Kollegen in der Unternehmenszentrale. Networking-Lösungen für Zweigstellen sind oft modular, so dass nur die Features installiert werden, die in der jeweiligen Niederlassung gebraucht werden. Modularität gestattet es auch, die Geräte aufzurüsten (statt sie ganz zu ersetzen), wenn sich die Anforderungen ändern oder eine Zweigstelle sich vergrößert.
Vereinfachte Verwaltung und Sicherheit
Ein zusätzlicher Vorteil dieses systembasierten Ansatzes ist, dass die Techniker am Unternehmenshauptsitz das Netzwerk zentral verwalten können. Das bedeutet weniger Personalaufwand, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass alle Mitarbeiter an allen Standorten zuverlässige Netzwerkdienste erhalten.
Für die meisten Mittelstandsunternehmen (KMUs) ist die Sicherheit ein wichtiger Faktor bei der Wahl einer Networking-Lösung. Durch Installation einer zentral verwalteten Komplettlösung können Sie wertvolle Geschäftsdaten schützen und haben gleichzeitig Schutz vor Viren, Spyware, Internet-Attacken und anderen Sicherheitsbedrohungen.
Zu den Sicherheitslösungen gehören Firewalls (Spezialrouter, auf denen Software ausgeführt wird, die alle ankommenden Daten prüft und das System vor Attacken schützt) und virtuelle Privatnetzwerke (VPN), die eine Verschlüsselungstechnologie verwenden, um zwei Netzwerke (z.B. Unternehmenszentrale und Zweigstelle) über ein öffentliches Netzwerk wie das Internet oder ein Betreibernetz miteinander zu verbinden.
Wichtige Trends
Mehrere Trends im Bereich Routing und Switching sind ganz besonders interessant für KMUs:
- Zunehmender Bedarf an Internetanschlüssen: Einer Forrester-Studie vom April 2004 zufolge planten 70% der nordamerikanischen KMittelstandsunternehmen eine Erweiterung ihrer Internetkonnektivität und Bandbreite für das Folgejahr. Zusätzliche Konnektivität wird wahrscheinlich eine Aufrüstung der Router oder eine Erhöhung der Routerleistung in diesen Firmen erforderlich machen.
- Verbesserungen der Routing- und Switching-Technik: In der nahen Zukunft sind viele Verbesserungen auf dem KMU-Markt zu erwarten. Zum Beispiel Switches mit Inline-Stromversorgung, die es gestatten, drahtlose LAN Access Points und IP-Telefone überall dort aufzustellen, wo eine Netzwerkanschlussbuchse verfügbar ist, ohne zusätzliche Steckdosen oder Kabel für die Stromversorgung der Geräte zu erfordern.
- Managed Networking-Technologien (insbesondere Switches): Ein nicht verwalteter ("unmanaged") Switch, generell im Büro- oder Computerfachhandel erhältlich, kann sofort nach dem Auspacken ohne weitere Konfiguration in Betrieb genommen werden. Andererseits hat ein verwalteter ("managed") Switch den Vorteil, dass ein Nutzer oder Administrator im Allgemeinen direkt über das Netzwerk selbst darauf zugreifen kann, um Betriebsparameter einzustellen oder den Switch-Betrieb zu überwachen. Auch die meisten verwalteten Switches können direkt nach dem Auspacken ohne weitere Konfiguration in Betrieb genommen werden, aber sie bieten dem Käufer die Möglichkeit, zusätzliche Kapazitäten und Funktionen des Geräts in Anspruch zu nehmen.
Bilanzielle Vorteile
Routing- und Switching-Technologien können sich positiv auf die Gewinnaussichten Ihres Unternehmens auswirken. Im Rahmen der Net Impact-Studie 2003, die von Cisco Systems in Auftrag gegeben und von der Momentum Research Group durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass Unternehmen, die anspruchsvolle Netzwerkinfrastrukturen mit netzwerkbasierten Geschäftsanwendungen kombinierten und gewillt waren, ihre Geschäftsabläufe anzupassen, so dass sie die Technologie optimal einsetzen und die Ergebnisse messen konnten, ihren jährlichen Betriebsaufwand um mehr als 20% reduzieren konnten. Und mehr noch, sie stellten einen 20- bis 25-prozentigen Anstieg in der Zufriedenheit ihrer Kunden fest.
Fundierte Entscheidungen beim Kauf von Netzwerktechnologien können auch langfristig zu einer Geldersparnis führen. So ist der Preisunterschied für Layer 2-Switches und Multilayer-Switches sehr gering, aber Kapazität und Leistung eines Multilayer-Switches sind bedeutend größer. Wenn ein Unternehmen also beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt seine Telekommunikationskosten durch die Implementierung von IP-Kommunikation senken möchte, ist bei einem Multilayer-Switch nur ein einfaches Software-Upgrade erforderlich, um der erhöhten Beanspruchung gerecht zu werden. Dagegen muss ein Layer 2-Switch u.U. ersetzt werden.
Mit einer Netzwerkbasis, die anspruchsvolle Technologien wie IP-Kommunikation unterstützt, können KMUs in mehrfacher Hinsicht Ersparnisse erzielen:
- Es wird nur ein Netzwerk installiert, über das sowohl die Sprach- als auch die Datenkommunikation abgewickelt wird.
- Es muss nur eine Ausrüstung angeschafft und gewartet werden.
- Gebühren für Ferngespräche zwischen den über das Netzwerk verbundenen Standorten werden reduziert oder eliminiert.
Beispiele aus dem Geschäftsleben
Eine solide Netzwerkbasis hat den folgenden drei Unternehmen eine Reihe von Vorteilen gebracht:
Wirtschaftliche Skalierung
GST Corporation bietet Transport- und Logistiklösungen für große und kleine Kunden an. Das Unternehmen ist für den ausgezeichneten Service seiner sachkundigen lokalen Agenten bekannt. Im Jahr 2000 gab das Unternehmen monatlich 52.000 US-Dollar aus, um Daten über ein Frame Relay-Netzwerk an 19 Niederlassungen zu übertragen. (Frame Relay ist eine Art Weitverkehrsnetz, das normalerweise von einem Telekombetreiber geleast wird.) Das Unternehmen gab seine Frame Relay-Verbindung auf, installierte stattdessen Cisco Multiservice Access Router in den Außenstellen und baute über das öffentliche Internet sichere VPN-Verbindungen zur Unternehmenszentrale auf.
Seitdem ist GST gewachsen; es hat jetzt 380 Mitarbeiter in 34 Zweigstellen und 30 Home Offices, und der monatliche Aufwand für die Einbindung aller Mitarbeiter in das Netzwerk beläuft sich auf nur 57.000 US-Dollar. Wenn GST lokale Transportfachleute einstellt, erhalten diese einen VPN-fähigen Laptop und ein IP-Telefon und können so über einen Internetanschluss im eigenen Heim eine komplette und sichere Verbindung zur Unternehmenszentrale aufbauen.
Erhöhte Effizienz
Hitchcock Automotive Resources ist eine Gruppe von fünf Autohändlern und einer Karosseriewerkstatt in Südkalifornien. Bis vor kurzem hatte jeder Händler seinen eigenen Server und sein eigenes LAN und war von Hitchcocks Unternehmenszentrale abgekoppelt. Jetzt verwendet jeder Händler einen Cisco Switch für sein LAN und einen Cisco Multiservice Router für die Anbindung an das Unternehmens-WAN, und die verschiedenen Geschäftsanwendungen des Unternehmens konnten auf einen einzigen Hochleistungsserver migriert werden.
"Mit diesem zentralen Server können wir das Unternehmen effizienter führen, ohne Personal oder Geräte an den einzelnen Standorten duplizieren zu müssen," so Rich Morris, Hitchcocks Vice President of Information Systems. So wird beispielsweise die gesamte Lohnbuchhaltung für die knapp 800 Angestellten des Unternehmens von zwei Mitarbeitern in der Unternehmenszentrale erledigt.
Erweiterung des Serviceangebots
Routing- und Switching-Technologien erreichen selbst Fernfahrer in ihren Lkws, und zwar durch die Services der IdleAire Technologies Corporation in Knoxville/Tennessee. Seit 2000 versorgt IdleAire auf Fernfahrerrastplätzen geparkte Lkws über ein an einem langen, flexiblen Schlauch angebrachtes "Servicemodul" mit Strom, Heiz- und Kühlluft. Kurz nach Einführung dieses Service erkannte IdleAire, dass das Netzwerk, das es zur Betreuung seiner Kunden eingerichtet hatte, auch für weitere Dienste für seine Fernfahrerkunden genutzt werden konnte.
Jetzt versorgen die IdleAire Servicemodule 2.000 Lkw-Stellplätze auf Fernfahrerrastplätzen in den Vereinigten Staaten auch mit Hochgeschwindigkeits-Internetzugang und IP-Telefoniediensten. Das Unternehmen, das weniger als 200 Angestellte hat, aber rapide wächst, plant, seinen Service auf 270.000 Stellplätze in den gesamten USA auszudehnen und auch Video-on-Demand anzubieten.
Ihr nächster Schritt
Höchstwahrscheinlich haben Sie bereits Netzwerktechnologien implementiert. Als Nächstes müsste festgestellt werden, ob Sie über die richtige netzwerktechnische Grundlage für ihre jetzigen und künftigen geschäftlichen Anforderungen verfügen.
Ihre Kaufentscheidungen sollten dadurch bestimmt werden, wie Sie Ihr Netzwerk einsetzen wollen. Wenn Sie beispielsweise IP-Telefonie implementieren wollen, brauchen Sie Routing- und Switching-Geräte, die IP-Telefonie unterstützen können.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Ihre Vorhaben mit Ihrer gegenwärtigen Netzwerkbasis realisieren können, beginnen Sie mit einer Bewertung Ihrer gegenwärtigen Ausrüstung.
- Stellen Sie fest, ob Ihre gegenwärtigen Switches Multilayer-Switches sind, und ob sie eine Inline-Stromversorgung bieten.
- Vergewissern Sie sich, dass Ihr Netzwerk die Sicherheit bietet, die für Ihr Geschäft erforderlich ist.
- Stellen Sie fest, ob Ihr Netzwerk flexibel, zuverlässig und skalierbar genug ist, um mit Ihrem Geschäft mitzuwachsen.