Herausforderungen in der Branche
- In vielen Ländern ist die Bereitstellung von Gesundheitsdiensten
uneinheitlich:
- In der Grundversorgung wird der Patient von einem Arzt für Allgemeinmedizin
behandelt, der oft einem Ärzteteam oder einem Gesundheits-Trust
angehört
- In der Sekundärversorgung wird der Patient vom Allgemeinarzt
zu einem Spezialisten überwiesen - in der Regel zu einem Facharzt
in einem Krankenhaus
- In der Tertiärversorgung wird der Patient zu Hause (oder in einem
Altersheim) behandelt, meistens von Krankenschwestern, die in ihrer
eigenen Praxis oder einer Arztpraxis arbeiten
Diese Gesundheitsbereiche sind wie Abteilungen in vielen großen
"klassischen" Unternehmen: Jeder Bereich hat seine eigenen Abläufe,
Patientendaten und Informationssysteme. Es gibt nur eine geringe Integration
der Abläufe und Daten untereinander.
In der Regel gibt es keine gemeinsamen Pflegeaufzeichnungen, die allen
Bereichen zur Verfügung stehen. Medizinische Aufzeichnungen, die
ein Allgemeinarzt angelegt und weiterverfolgt hat, sind normalerweise
nicht für die Spezialisten in der Sekundärversorgung verfügbar
(meistens auch nicht in zusammengefasster Form). In vielen Bereichen liegen
die wesentlichen Abläufe nur in Papierform vor und müssen aufwändig
per Hand gepflegt werden (z.B. Buchungen zwischen der Grund- und der Sekundärversorgung,
Rezeptabwicklungen, Anlegen und Verwalten von Klinikaufzeichnungen).
Das Ziel der Dienstleister im Gesundheitsbereich (öffentlich und
privat) ist es, die Zufriedenheit der Patienten zu erhöhen. Dafür
müssen sie ein effektives und hochwertiges Gesundheitswesen schaffen,
bei dem der Patient im Mittelpunkt steht. Gesundheitsexperten aus allen
Bereichen sollten aus diesem Grund als ein ganzheitliches Team zusammenarbeiten.
Dies ist derzeit noch nicht möglich durch:
- das Fehlen der Vernetzung von Prozessen und Systemen
- das Fehlen des gemeinsamen Zugriffs auf Patientendaten
Branchenlösung(en)
Um Einzellösungen zu beseitigen, das Gesundheiswesen ganzheitlich
und auf den Patienten im Mittelpunkt auszurichten und die Patientenzufriedenheit
zu erhöhen, ist Standardisierung erforderlich.
Die Dienstleister im Gesundheitswesen müssen:·
- Abläufe für Verwaltungs- und Klinikaufgaben standardisieren
- Geeignete Datenstandards schaffen und die wichtigsten Patientendaten
für elektronische Systeme zur Aufzeichnung von Patienten- und/oder
Gesundheitsinformationen (electronic patient
records EPR) festlegen
- Sicherheits- und Verschlüsselungsstandards definieren, um die Patienteninformationen zu schützen und sie auf
sichere und kontrollierte Weise zugänglich zu machen
- Eine 'dichte Infrastruktur' (Technik und wichtige Anwendungen) schaffen,
die auf standardisierten Lösung beruht
- Eine Reihe von IS-Anwendungen schaffen oder entwickeln (z.B. Patientenverwaltungssysteme
in der Grund- und Sekundärversorgung), um die klinischen und administrativen
Tätigkeiten zu unterstützen und sie in allen Bereiche des
Gesundheitswesens einzusetzen
- Die Entwicklung des Gesundheitswesens durch die Bereitstellung eines
integrierten Portals für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen vorantreiben
In jedem dieser Bereiche gab es zwar viele Aktivitäten, aber nur
geringe Fortschritte. Die Umsetzung muss beschleunigt werden und kann
stufenweise erfolgen:
- Gemeinsam nutzbare Patientendaten können von bestimmten Therapiebereichen
definiert und eingeführt werden. Die Daten können gesammelt
werden, um eine durchgängige Patientenaufzeichnung zu erhalten.
Alternativ gibt es kommerzielle Programme zur Patientenaufzeichnung
(EPRs), die unmittelbar eingesetzt und weiterentwickelt werden können.
- Darauf folgen Lösungen zum integrierten Pflegemanagement, die
die Grund-, Sekundär- und Tertiärversorgung verbinden. Diese
Lösungen können lokal gesteuert werden und machen die durchgehende
Information über Patienten je nach Bedarf verfügbar.
Vorteile
- Verbesserte Pflege der Patienten durch Informationen
- Ein gehobener Pflegestandard
- Effizientere Verwaltung von klinischen und administrativen Daten